Das autonome Fahren rückt näher

 

Bald ist es soweit: Fahrzeuge fahren selbständig. Bereits heute sind einige Hersteller soweit, dass sie PKWs verkaufen die als Assistenzsystem den Autopiloten anbieten. Während diese Technik weiterentwickelt wird, arbeiten die großen Hersteller auch an den selbstfahrenden Lastwagen. In wenigen Jahren sollen auch diese dann technisch startklar sein.

Schon seit Jahren wird die Technik um das autonome Fahren mit Argusaugen beobachtet – besonders von Fahrzeugkonzernen und Spediteuren. Gerhard Nowak, Geschäftsführer der Strategieberatung aus dem Hause PWC ist der Meinung, dass schon in 10 Jahren “keine LKW-Fahrer für Langstrecken benötigt werden“. Die Vermutung geht weiter, dass wenn es die Straßenverkehrsordnung zulässt, Fahrer nur noch in schwer zu befahrenen Gebieten oder Städten zum Einsatz kommen.

 

„Es wird weitere fünf Jahre dauern, bis in den Industrienationen flächendeckend, auch im Stadtverkehr, vollständig autonom fahrende Lkw eingesetzt werden können“, schreiben Nowak und seine Co-Autoren in der Studie „Die Ära des digitalisierten Lkw-Transports.“ Tatsächlich ist es so, dass die Großhersteller fieberhaft an der Entwicklung arbeiten und der Grundstock ist bereits gelegt. So existieren bereits Radargeräte die die Umgebung von Fahrzeugen scannen sowie Kameras, Sensoren und Projektoren für die Erkennung von Oberflächen. Diese zunehmende Vernetzung mache den Fahrer eines Tages überflüssig.

Wolfgang Bernhard, Chef der Truck Sparte bei Daimler, gab im Interview mit dem Manager-Magazin zu Protokoll: “In den kommenden 10 Jahren werden wir bei LKW mehr Veränderungen erleben als in den fünf Jahrzehnten davor“. Wenn der Fahrer nicht mehr alleine die Verantwortung übernehmen muss, werde die Sicherheit erheblich zunehmen. Das alles hat jedoch nicht zuletzt ökonomische Gründe. Wenn der Computer das Steuer übernimmt könnten die jährlichen Betriebskosten für einen LKW um bis zu 28% gesenkt werden – unter der Voraussetzung das gänzlich auf den Fahrer verzichtet wird.

 

Den Arbeitsmarkt erwarten erhebliche Folgen

 

Bereits heute fällt es der Branche schwer Nachwuchs zu finden. Junge Leute schrecken vor dem Berufsbild des Kraftfahrers zurück, das liegt unter anderem an dem schlechten Image und geringer Bezahlung.

Laut Angabe der Heinrich-Böll-Stiftung arbeiten in Deutschland derzeit etwa 500.000 Berufskraftfahrer, die Tendenz ist sinkend und das Berufsbild wird sich wandeln – in der Fahrerkabine und den Logistikzentren. Es werden dann immer mehr Menschen benötigt die gute IT-Kenntnisse und Fähigkeiten haben.

 

Der Weg könnte etwa dahin gehen das LKWs autonom zwischen Drehkreuzen unterwegs sind. Auch diese Entwicklung könnte bereits in wenigen soweit sein und der Fahrer würde dann nur noch für die endgültige Belieferung des Kunden eingesetzt werden.

Es wird an der richtigen Software liegen, welcher Weg eingeschlagen wird und ob vielleicht ganz neue Spieler die Logistikbranche betreten. Große IT-Konzerne wie Google hätten jedenfalls das Knowhow für zukünftige Transportketten.