Der Logistikbranche fehlen momentan so viele Fahrer wie nie zuvor. Derzeit sind es allein in Deutschland etwa 45.000 Fahrer und die Tendenz ist weiter steigend. Zwar sind die Autobahnen voll, jedoch müssten normalerweise noch viel mehr LKW auf Tour sein.

Der Deutsche Speditions- und Logistikverband (DSLV) ermahnt davor, dass der Fahrermarkt teilweise “wie leergefegt“ sei. Inzwischen fehlen sogar im Bereich der See- und Luftfracht immer wieder vermehrt Kapazitäten, die auch dort mittlerweile zu spüren seien. Einige Logistiker warnen vor Engpässen in der Versorgung und möglicherweise schwerwiegenden Auswirkungen auf die Volkswirtschaften.

 

Verband macht den harten Alltag der Fahrer verantwortlich

 

Wurde bisher ebenfalls das relativ niedrige Lohnniveau für den Fahrermangel verantwortlich gemacht haben laut Verband aber auch die jüngsten Lohnanpassungen nichts an der Situation geändert. DSLV-Präsident Mathias Krage sagt dazu: „Trotz nachhaltiger Lohnanpassungen steigt die Attraktivität des Berufsbilds nicht“. Stattdessen wird vermehrt davon ausgegangen, dass es eine Kombination aus verschiedenen Gründen und vor allem dem harten Arbeitsalltag der Fahrer ist.

So sei zum Beispiel der zum Teil sehr schlechte Umgang an den Be- und Entladerampen nicht mehr zu rechtfertigen klagt der Verband. Dort würden Fahrer ebenfalls oft zu Entladetätigkeiten herangezogen werden, weil Firmen am Personal sparen. Zudem sind die Parkplätze auf europäischen Autobahnen knapp, teilweise unsicher oder schlecht ausgestattet. All diese Probleme sind zwar nicht neu, trotzdem habe sich in den vergangenen Jahren wenig getan. Nun trifft die Branche das Nachwuchsproblem mit voller Wucht und Unternehmen werben sich mit Lohnsteigerungen gegenseitig die Fahrer ab.

 

Immer mehr ausländische Fahrer werden benötigt

 

Eine aktuelle Analyse des BAG ergab nun, dass ausländische Fahrer zudem nun immer wichtiger werden, da die Zahl der Ausbildungsverhältnisse weiterhin zurückgeht. Auch die Verfügbarkeit von Fahrern in Deutschland ist nicht mehr gegeben. Im Oktober 2016 waren laut BAG erstmalig mehr offene Stellen als Arbeitslose gemeldet. Inzwischen kommen immer mehr Arbeitskräfte aus den EU-Mitgliedsstaaten, Flüchtlinge hingegen werden als Fahrpersonaler bisher wenige eingesetzt.

Laut Verband gilt deshalb weiterhin, an Arbeitsbedingungen und Löhnen zu arbeiten um das gesamte Berufsbild für Einsteiger attraktiver zu machen.